Regattaberichte 2015

 

Fred Ostermann-Cup 2015, Deutsche Bestenermittlung,                                                                     14. Juni, Wassersportsee Zülpich, RWSG

Die Wettervorhersage hatte viel Sonne aber kaum Wind in Aussicht gestellt. Es kam zum Glück ein wenig anders. Zwar war es sommerlich heiß, der Nachmittag brachte nette 3 Bft., eine Zeit lang sogar 4 Bft. Für Tandems ist das ausreichend, weil es sich subjektiv nach mehr anfühlt.

Von den zunächst angekündigten 10 Teams (eines aus Holland) fiel aus diversen Gründen drei aus.

Wettfahrtleiter Thorsten Wöll legte schöne große Dreieckskurse aus.

Tanja Spradley und Philipp Oesterle aus Paderborn verteidigten auf einem Windglider ihren in Wesel gewonnenen Titel souverän. Hinter ihnen entschied sich das Rennen um Platz 2 in der vierten Wettfahrt sozusagen auf der Ziellienie recht kurios.

Für die Windglider gab es traditionsgemäß eine eigene Wertung, wie es sich frü einen Fred Ostermann-Cup gehört.

Ergebnis:

1. Tanja Spradley / Philipp Oesterle, WG, 6 Pkte.

2. Helge Schmalgemeier / Ulli Krause, Indupol TG 580, 7 Pkte.

3. Dirk Hoekzema / Alex Maucher, Lechner TD 580, 8 Pkte.

4. Kilian Schweppe / Jan Wille, WG, 18 Pkte.

5. Christian Hammermann / Thomas Hentschel, WG, 19 Pkte.

6. Daniela und Stefan Zimmer, WG, 20 Pkte.

7. Jutta Mietze / Manni Behrendt, WG 29 Pkte

 

Windglider:

1. Tanja Spradley / Philipp Oesterle

2. Kilian Schweppe / Jan Will

3. Chris Hammermann / Thomas Hentschel

 

14. Engadiner Tandem-Meisterschaft, Silser See, Maloja (Schweiz), 29./30. August 2015

Wenn man sich die Rahmenbedingungen für eine optimale Tandemregatta aussuchen könnte, was würde auf dem Wunschzettel stehen?
Zunächst einmal guter Wind zwischen 4 und 5 Bft. Im Engadin ist auf 1800 m Höhe die Luft spürbar dünner, weshalb die Segel von dünnerem Medium umströmt weniger Kraftaufwand erfordern als auf Meereshöhe. Man würde hier also auch 6 Bft. großartig finden. Der Wind sollte ruhig ein wenig drehen, damit ein wenig Taktik ins Spiel kommt. Es sollte aber nicht zuviel sein, damit alles fair bleibt. Man würde sich strahlenden Sonnenschein wünschen. Es sollte aber nicht zu warm werden, sagen wir mal 25 Grad wären prima. Jetzt braucht man nur noch eine sehr große Regattabahn mit gut liegender Startlinie, reichlich Raumkursen, vielen Möglichkeiten zum Halsen und eine sehr lange Kreuz, auf der man das Tandem nach Herzenslust am Wind laufen lassen kann. Süßwasser wäre schöner als Salzwasser. Last not least stünde noch ein Feld von lustigen und guten Tandempiloten auf dem Zettel. Ein geselliges Rahmenprogramm gehört natürlich immer dazu, weil bei den Tandemveranstaltungen taditionsgemäß gute Stimmung herrscht.
Mit diesem Wunschzettel ist die diesejährige 14. Engadiner Tandem-Meisterschaft des Clubs Swissair Windsurfing-Club (Schweiz) und des Windsurfing-Club Immenstadt (Bodensee) genau beschrieben. Genauso war es diesmal.
Das Wasser des Silser See war so klar, dass nicht wenige ihren Durst direkt aus dem See löschten.
Zum Wettbewerb. Am Start waren überwiegend Teams, die man aus den letzten Jahren kannte. Neu waren u. a. ein Vater-Sohn-Team (Hugo und Pascal Stamm), ein Team aus Lichtenstein (Manfred Nipp / Albert Frick), eines aus Paderborn (Philipp Oesterle und Kilian Schweppe) sowie als Topstar des Feldes, der dreimalige Olympiateilnehmer der Schweiz, aktueller Schweizer Meister in der Formula-Klasse, Richi Stauffacher mit seinem Partner Mirko Schuster.
Die 6 Durchgänge liefen alle unter ähnlichen tollen Windbedingungen ab und hatten deswegen auch sehr konstant ähnliche Resultate. Richi Stauffacher/ begannen mit ihrem Streichergebnis (Platz 7), dann blieben sie konstant an der Spitzengruppe dran. Platz 4 wäre mit etwas Glück möglich gewesen.  Die ersten Positionen änderten sich nur einmal, als nämlich Liese/Stadler mit den Codebella-Brüdern das Board tauschten (Im Engadin ist das wohl erlaubt.) Das Ergebnis verblüffte alle. Dani und Reto Coldebella gewannn mit dem fremden Board deutlich! Was sagt uns das?
 
Ergebnisse:
1. Christoph Liese / Toni Stadler (5 Pkte)
2. Daniel Codebella / Reto Coldebella (9)
3. Pilipp Oesterle/ Kilian Schweppe (15)
4. Frank Spöttel / Alex Maucher (21)
5. Richard Stauffacher/ Mirko Schuster (23)
6. Fredi Paulus / Claus Fuhrmann (30)
7. Ruedi Graf / Samuel Ruch (33)
8. Fabian Schenk / Cedric Mahler (35)
9. Hugo Stamm / Pascal Stamm (42)
10. Manfred Nipp/ Albert Frick (55)
11. Paul Schmid / Bruno Steinegger (57)
12. Rico Hauser / Peter Györffy (58)
 
Wettfahrtleitung: Anja und Hubert Keckeisen / Otto Rauch
 
Alex Maucher
 
 
 
 

 
Europameisterschaft 2015: Welle und Wind in Medemblik
19./20 September 2015

 
 
Alex Maucher/Dirk Hoekzema
Anna-Lena Otte/Fabian Grundmann
Bas Brüll/Denis Bezemer
Bas Brüll/Denis Bezemer
 
Ulli Krause/Helge Schmalgemeier
 
Medemblik - da rechnet man mit ablandigem Westwind. Die Wellen sind dann nicht besonders hoch, weil die Regattabahnen unter Land liegen. Anders ist es bei Nordwind. Die Wellen kommen dann über die riesige Wasserfläche herangerollt und bauen sich zu der bekannten steilen Ijsselmeer-Welle auf.  Am 19. September, dem ersten Wettfahrttag mit 4 Durchgängen blies Nordwind...mit 14 Kn durchschnittlich. Dazu Sonne bei 17 Grad Lufttemperatur - tolle Bedingungen. Auf der Kreuz knallten die hohlen TD 580 laut auf die Wellen. Es war entscheidend, das richtige Maß zwischen Höhe und Speed zu finden. Stephan Vandenberg lebt in der Nähe von Medemblik und predigt seit jeher, dass man das Höhelaufen am Ijsselmeer nicht übertreiben darf. Raumschots sind dann ganz andere Dinge gefragt. Mit zumindest teilweise weggeklapptem Schwert surfen die Boards die Wellen herab und nehmen dabei mächtig Fahrt auf. Das macht richtig Laune. Man muss sie möglichst lange in diesem Zustand halten, denn was danach folgt, entspricht einer Vollbremsung. Die Boards durchlaufen das Wellental und tauchen in die vorauslaufende Welle hinein.
4 Wettfahrten lang ging es also um diese Dinge. Am Wind waren die Tandemspezialisten gefragt. Der Speed entschied alles. Taktische Ausnutzung von Winddrehungen spielte keine Rolle, da der Wind kaum drehte. Man musste die Bahnmarken auf den riesigen Bahnen genau peilen. Unnötige Wenden durfte man sich nicht leisten, weil es sehr eng zuging. Die kräftigen Jungs kompensierten ihren Gewichtsnachteil mit großen Segeln. Raumschots war es dann von Vorteil, vorne ein Leichtgewicht zu haben.
Das Board blieb dadurch länger im Surfzustand auf den Wellen. Fabian Grundmann, lebhaft in Kiel, aktuell Deutscher Meister auf dem Raceboard, war mit den beschriebenen Bedingungen von der Ostsee her vertraut. Er fand sich bei seiner ersten Tandemregatta mit der bekannten Bundesliga-Surferin Anna-Lena Otte (siehe Foto auf der Startseite unserer Homepage) als Vorschoter sehr schnell zurecht. Das Team begann mit zwei zweiten Plätzen und ließ zwei Laufsiege folgen. Am Abend des ersten Tages lagen somit zwei Teams punktgleich in Führung. Jeder zwei Siege und zwei zweite Plätze.
Der zweite Tag brachte völlig andere Bedingungen. Jetzt blies ein Westwind mit ca. 14 kn. Die Wellen waren flach. Bas Brüll und Denis Bezemer nutzten die Gunst der Stunde und eröffneten auf ihrem belgischen Verdränger mit einem
Laufsieg. Die letzte Wettfahrt musste dann die Entscheidung bringen. Es war spannend bis zur letzten Runde.
 
Diese Regatta war ein wenig anders als alles, was wir in den letzten Jahren erlebt haben. Sie war nicht so brutal wie das Rennen von 2012, aber sie verlangte viel Power und Ausdauer. Vor den beiden Damen in den Mixed-Teams muss man den Hut ziehen.
Leider war Tanja Spradley nach gerade überstandener Grippe noch etwas überfordert, aber versucht hat sie als Vorschoterin von Philipp Oesterle einiges...
Tolles Wetter, erstklassige Regattabahnen, eine routinierte Wettfahrtleitung (Manni Behrendt), eine tolle Bavaria-Yacht, günstig gemietet vom Segelclub Bayer-Uerdingen (SKBÜ), Onne Hoekzema, der mit einem schnellen Motorboot (kostenlos bereitgestellt ebenfalls vom SKBÜ) die riesigen Bojen legte sowie eine fleißige Waltraud Degenhardt, die uns die Yacht überführte und hunderte von Fotos schoss, machten Medemblik 2015 zu einem Top-Event. Schon bei der Siegerehrung hielt Waltaud für jeden Teilnehmer eine Bild-CD bereit!  Bemerkenswert war auch, dass Claus Köhnlein aus Kiel, nachdem er selbst leider verhindert war, den Paderbornern zwei Lechner-Tandems (TD 580) bereitstellte. Dirk Hoekzema unterstützte Philpp Oesterle sehr tatkräftig dabei, diese Boards regattaklar zu machen.  Ulli Krause und Helge Schmalgemeier erhielten ein Indupol-Tandem TD 580 von ihren Konkurrenten.... Bei den Tandems herrscht ein besonders kameradschaftliches Klima. Lustig geht es natürlich auch zu.
Vor den Rennen war kein klarer Favorit auszumachen. Natürlich durfte man von Fabian Gundmann und Philipp Oesterle (Offizielle Deutsche Meister 2015 und 2013) Topleistungen erwarten. Auf Raceboards hätten sie alles in Grund und Boden gesegelt. Ein Tandem ist dann aber doch noch einmal etwas anderes...
 
Ergebnis:
Gold:       Dirk Hoekzema / Alex Maucher (Oberhausener SC / RWSG Zülpich)
Silber:     Anna-Lena Otte / Fabian Grundmann (Paderborner Yachtclub)
Bronze:   Bas Brüll /Denis Bezemer (Hilversum, Niederlande)
 
Alex Maucher
 
Insel-Marathon, Chiemsee, 4. Oktober 2015
 
8 Tandems am Start. Am entscheidenden zweiten Tag war der Wind stark. Gemessen wurden bis zu 20 kn. Favoriten waren ohne Frage die Lokalmatadoren, Seriensieger des Engadiner Traditionsrennes von Maloja und Europameister von 2011 Christoph Liese und Toni Stadler. Ihr Verdränger-Tandem galt als auf Binnenseen unschlagbar. Am ersten Tag gewannen sie erwartungsgemäß bei eher leichtem Wind.
Dann aber kam es überraschend ganz anders. Der amtierende offizielle Deutsche Meister (Raceboard) Fabian Grundmann und sein Steuermann Philipp Oesterle, Deutscher Meister von 2013 (Raceboard) -beide in Paderborn zu Hause- legten auf einem von Claus Köhnlein (Kiel) bereitgestellten Lechner TD 580 einen souveränen Start-Ziel-Sieg hin. Sie benötigten mit 51 Minuten und 20 Sek, weniger Zeit als je ein Team vor ihnen. Der gute Wind hat ihnen natürlich in die Karten gespielt. Da jedes Team einmal gewonnen und einmal Platz zwei belegt hatte, entschied der letzte Lauf.
 
Ergebnisse:
1. Grundmann/ Oesterle
2. Liese/Stadler
3. Stiedl/Dingerkus
4. Schmid/Steinegger
5. Gyöffry/Golling
6. Huber/Krempl
7. Keckeisen/Rauch
8. Horber/Horber

Alex Maucher (nicht vor Ort gewesen)
 
Aue-See Tandemcup, Wesel 11. Oktober 2015
 
Wann hat es so etwas schon gegeben? Die letzte Wettfahrt war beendet. Es ging auf 17 Uhr zu. Wettfahrtleiter Manni Behrendt machte sich daran, mit dem Motorboot die Bojen der Starlinie einzusammeln. Da ertönte vom Ufer aus lautes Gebrüll und und es wurde wild gewunken. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollten noch einmal raus aufs Tandem und eine weitere Wettfahrt fahren. Die fand dann tatsächlich improvisiert und außer Konkurrenz statt. Einer brüllte laut das 5-Minuten-Signal und alle stellten ihre Uhren. Dann ging es los, teilweise mit ganz kurzfristig anders zusammengestellten Teams als in den 4 Rennen zuvor. Der Start klappte auch ohne Startsignal perfekt. Was hatte die Teilnehmer so motiviert? Sagenhaftes Wetter mit purer Sonne und einem herrlichen Ostwind (15 - 18 - 20 Kn). Viele Surfer standen zum ersten Mal bei einer Regatta auf einem Tandem und hatten Spass: Matthias Reimann, Jungendweltmeister (Raceboard) Simon Bohier, Jugendwelmeisterin (Raceboard) Maike Wallochny, Kim Kararmainow, Eike Drawe, Richard Sprenger und Markus Bouhier.
Die Kreuzen waren gottlob nicht zu lang, dafür aber die Raumschenkel. Und die machten vor allem mit den modernen TD 580 richtig Spass. Die eingespielten Teams mit ihren gut getrimmten Boards hatten natürlich die Nasen vorn. Dirk Hoekzema machte wie schon in Medemblik richtig Tempo. Er gewann abschließend mit anderem Partner (Markus Bouhier) auch noch das Zusatzrennen. Philipp Oesterle steuerte die Nachwuchs-Surferin Kim Karamainow auf Platz zwei. Die junge Dame schlug damit erstmals ihren Vater!(Helge Schmalgemeier).
 
Ergebisse:
1. Dirk Hoekzema/Alex Maucher (Lechner TD 580)
2. Philipp Oesterle/Kim Karamainow (Lechner TD 580)
3. Helge Schmalgemeier/Ulrich Krause (Indupol TD 580)
4. Matthias Reimann/Simon Bouhier (Sailboard Porsche Design)
5. Eike Drawe/ Richard Sprenger (Windglider)
6. Maike Wallochny/Markus Bouhier (Ur-Windglider von 1975)
 
 
 
Das "Podium" (Dirk Hoekzema leider schon abgereist): Ulli Krause, Helge Schmalgemeier, Kim Karamainow, Alex Maucher, Philipp Oesterle

 

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